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Täglich geht in Österreich für den Bau von Straßen, Shopping-Zentren, Industriehallen, Lager- und Logistikflächen sowie für den Siedlungsbau eine Fläche von 22,4 Hektar (224.000 m²) Grün- und Ackerland verloren. Damit ist Österreich EU-weit der traurige Spitzenreiter. Österreich verbaut jährlich mit 0,5% der Ackerfläche um 100 Prozent mehr als Deutschland mit 0,25 %. Innerhalb Österreichs führt dieses Ranking die Steiermark mit einem täglichen Flächenverbrauch von sechs Hektar (8 Fußballfelder) an. In den vergangenen 20 Jahren hat die Steiermark 20000 ha (26700 Fußballfelder) wertvoller landwirtschaftlicher Flächen verloren. Wenn diese Entwicklung weiter anhält, kann man in absehbarer Zeit von einer Gefährdung der Lebensmittelversorgung sprechen, was unser Land in Krisenzeiten äußerst verletzbar machen würde.

Auf der anderen Seite werden landesweit hunderte Hektar Industrie- und Siedlungsflächen stillgelegt und werden nicht nur nicht mehr der landwirtschaftlichen Nutzung oder zumindest dem Grünland zur Erholung zugeführt, sondern bleiben einfach ungenutzt. Und das während gleichzeitig neue Böden für immer versiegelt werden.

Aber an diesem Umstand sind nicht nur Bundes- oder Landesgesetze schuld, die diese Flächenvergeudung zulassen, sondern die Flächenplanungen beginnen immer in der Gemeinde im Zuge von Abstimmungen über den aktuellen Flächenwidmungsplan beziehungsweise noch öfters durch dessen Umwidmungen im Gemeinderat. Natürlich benötigt man die eine oder andere landwirtschaftliche Fläche, um der Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung in einer Gemeinde/Region Rechnung tragen zu können, jedoch soll dies in einem sinnvollen und vor allem maßvollen Rahmen geschehen und einen „Wildwuchs“ an neu asphaltierten und betonierten Flächen hintanhalten.

Deshalb fordert die ÖVP Leoben für unser Gemeindegebiet:

  • Überprüfung des bestehenden Flächenwidmungsplanes unter Berücksichtigung des Schutzes landwirtschaftlicher Flächen und Grünflächen
  • Strengere Auflagen bei der Flächenwidmung
  • Zwingende Wiederverwertung von brach liegenden Industrie- und Gewerbeflächen
  • Unterstützung von Haus- und Wohnungseigentümer bei der Revitalisierung bestehender Objekte. Diesen Maßnahmen ist Vorrang zu geben vor der Umwidmung von Grünland in Bauland zur Neuerrichtung von Wohnanlagen
  • Auffüllen von Baulücken im Ortsverbund
Durch einen respektvollen Umgang mit der von Natur aus begrenzt vorhandenen Ressource Boden soll der dramatische Bodenverlust wirksam begrenzt und so auch unseren Kindern genügend Grünland als landwirtschaftliche Fläche, aber auch als Erholungsraum zur Verfügung gestellt werden.