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Geschrieben von Administrator   
Mittwoch, 9. Januar 2008

Jahresauftakt bringt ein Leobener Geschenk an Pendler und Wirtschaft

Laut Budgetvoranschlag 2008 der Stadtgemeinde Leoben ist vorgesehen, die gesamte Innenstadt (Murschleife) zu einer gebührenpflichtigen Parkzone zu machen. Das ist wohl mehr ein Affront gegenüber den Pendlern und der Wirtschaft als überlegte und begründbare Vorgangsweise!
Die prekäre Situation bei den Dauerparkplätzen für Einpendler in der Stadt Leoben ist den Stadtverantwortlichen längst bekannt. Spätestens seit der Eröffnung des LCS und dem Beginn des Studienjahres ist in der gesamten Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen ein wahres Griss um einen Dauerparkplatz. Dies führt sogar so weit, dass sich die einpendelnden Personen schon oft eine Stunde vor Arbeitsbeginn in der Stadt einfinden, um einen Parkplatz zu ergattern. Dazu muss angemerkt werden, dass Arbeitsplatzqualität auch ein Teil der Lebensqualität ist.

Hingegen ist es seit der Eröffnung des LCS (90 Minuten Gratisparken!) in den gebührenpflichtigen Zonen (zu zahlen ab der 1. Minute) leichter geworden, einen Parkplatz zu finden. Die Einkaufenden oder Besucher der Stadt Leoben sind also mit Parkplätzen wohl bedient und ein Mangel dahingehend ist absolut nicht spürbar.
Dass nun die gesamte Innenstadt zur gebührenpflichtigen Zone erklärt werden soll, stößt auf größtes Unverständnis. Wird dieser widersinnige Plan tatsächlich umgesetzt, können sich beispielsweise alle Angestellten der Montanuniversität freuen, da ihr vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellter Parkplatz dann als Sachbezug besteuert wird. Sie werden sich dafür sicher auch sehr herzlich bedanken und dafür ein Loblied auf Leoben und seine pendlerfreundliche Haltung singen!

Die Wirtschaft braucht Gott sei Dank Arbeitskräfte. Wirtschaft findet auch in der Innenstadt statt. Die Wirtschaftsbetriebe zahlen Kommunalsteuer und Tourismusabgaben. Sie bringen der Stadt Einkommen. Die Pendler arbeiten in Leoben und kaufen naturgemäß auch sehr viel in Leoben ein. Sie beide – Wirtschaft und Arbeitskräfte - werden mit dieser vorgesehenen Gebührenpflicht bestraft. Nur was würde die Stadt ohne die Betriebe, ohne die Arbeitskräfte machen? Will man ihnen mit der Parkplatzgebühr noch zusätzlich Geld aus der Tasche holen? Das hat die Stadt Leoben nicht notwendig und es ist unverschämt, wenn gut verdienende Beamte und Politiker derartige Ideen tatsächlich umsetzen.
Es gibt inzwischen schon Beispiele, wo Menschen auf Grund der Parkplatzmisere in Leoben einen Arbeitsplatz in einer anderen, nahe gelegenen Stadt annehmen. Und das Argument des Bürgermeisters, dass die Innenstadtbewohner leichter zu Parkplätzen kommen, ist auch leicht zu entkräften, denn mehr Parkplätzen entstehen ja nicht.
Mit derartigen unüberlegten und überaus entbehrlichen Aktionen wird sich die Stadt Leoben sicher nicht als freundliche Arbeitswelt und im weiteren Sinne als Wunschwohnstadt profilieren. Eher hat man das Gefühl, dass Einpendler gar nicht willkommen sind. Leider, denn auch daraus könnte für unsere Stadt Zuzug entstehen.

Seitens der ÖVP Leoben schlagen wir vor: Abschaffung der Gebührenpflicht und Wiedereinführung der ursprünglichen Kurzparkzonen, jedoch keine Ausweitung dieser. Leoben könnte so als wirtschaftsfreundliche Stadt hervorleuchten und damit werben. Keine Kosten der Parkraumüberwachung seitens der Stadtgemeinde. Dafür ein Schaffen von Parkplätzen für Einpendler in allen der inneren Stadt nahe gelegenen Betrieben fördern und Parkleitsysteme sowie eine bessere und flexiblere Ausrichtung des öffentlichen Verkehrs einführen.
Damit wäre allen gedient und die Stadt Leoben kann ihrem Ruf als wirtschaftsfreundliche Gemeinde auch in der Innenstadt gerecht werden.

Vzbgm. Ing. Eva Maria Lipp

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